Aufbewahrungsort Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2784
Codex 108 Blätter
Beschreibstoff Pergament
Inhalt Bl. 1r-12v = Kalender
Bl. 13r-107r = Gebetbuch
Bl. 108r-v = Gebet, lat.
Blattgröße 350 x 265 mm
Schriftraum 220-230 x 150-165 mm
Spaltenzahl 1
Zeilenzahl 17-18
Besonderheiten Alte Signatur: Ambras 80 (Menhardt S. 299).
Auftraggeber/Erstbesitzer vermutlich: Karl Graf zu Kurbau / Corbavia (s. Erg. Hinweis).
Entstehungszeit 1. Hälfte 15. Jh.(Menhardt S. 299)
Schreibsprache österr. (Menhardt S. 299)
Abbildung Farb-Abbildung des Codex via manuscripta.at
Literatur
(in Auswahl)
  • Michael Denis, Codices manuscripti theologici Bibliothecae Palatinae Vindobonensis Latini aliarumque Occidentis linguarum, Bd. 1, Teil 3, Wien 1795, Sp. 3178f. (Nr. 944). [online]
  • Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Verzeichniss der altdeutschen Handschriften der k. k. Hofbibliothek zu Wien, Leipzig 1841, S. 315 (Nr. 285). [BSB online] [Google online]
  • Tabulae codicum manu scriptorum praeter graecos et orientales in Bibliotheca Palatina Vindobonensi asservatorum, edidit Academia Caesarea Vindobonensis, Vol. II: Cod. 2001-3500, Wien 1868, S. 132f. [online]
  • Hans Vollmer (Hg.), Die Psalmenverdeutschung von den ersten Anfängen bis Luther, 1. Hälfte (Bibel und deutsche Kultur II), Potsdam 1932, S. 14.
  • Hermann Menhardt, Die altdeutschen Ambrasiani der Österreichischen Nationalbibliothek, in: Festschrift für Josef Stummvoll, Alois Kisser, Ernst Trenkler zum 50. Geburtstag, dargebracht von Kollegen, Freunden und Mitarbeitern = Beilage zu: Das Antiquariat 8 (1952), S. 56f., hier S. 56.
  • Franz Unterkircher, Inventar der illuminierten Handschriften, Inkunabeln und Frühdrucke der Österreichischen Nationalbibliothek, Teil 1: Die abendländischen Handschriften (Museion. Veröffentlichungen der Österr. Nationalbibliothek, N.F. 2,2,1), Wien 1957, S. 85.
  • Hermann Menhardt, Verzeichnis der altdeutschen literarischen Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek, Bd. 1 (Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Sprache und Literatur 13), Berlin 1960, S. 298f. [online]
  • Rolf Klemmt, Eine mittelhochdeutsche Evangeliensynopse der Passion Christi. Untersuchung und Text, Diss. Heidelberg 1964, S. 49f.
  • Csaba Csapodi und Klára Csapodiné Gárdonyi, Bibliotheca hungarica. Kódexek és nyomtatott Könyvek Magyarországon 1526 elött, Bd. 1 (A Magyar Tudományos Akadémia Könyvtárának Közleményei, Publicationes Bibliothecae Academiae Scientiarum Hungaricae 23 [98]), Budapest 1988, S. 70 (Nr. 142).
  • manuscripta.at - Mittelalterliche Handschriften in österreichischen Bibliotheken, >>> Direktlink zu dieser Handschrift. [online]
Archivbeschreibung Maria Moser (1930) 20 Bll.
Ergänzender Hinweis Auftraggeber/Erstbesitzer der Handschrift dürfte Karl Graf zu Kurbau / Corbavia, Ban (= Vizekönig) von Dalmatien und Kroatien gewesen sein (vgl. 31v-45r die häufige Nennung eines Betenden namens Karl: Ich enphilich mich Karl hewt dem almechtigen got ..., ... hail mich Karl ..., 31v in der Rubrik Verweis auf einen angeblich von Papst Leo <III.> an Karl <d. Gr.> gesandten Brief), dessen Ehefrau Margreth Grefynn ze Kurbaw vnd fraw ze Laysuycz (laut Denis Laysnycz: Losontz / Lučenec) am Samstag, den 29.3.1421 gestorben ist (vgl. Eintrag im Kalender auf 3v). Die Eheleute haben sich 1410 mit ihren Wappen in das Wiener Exemplar der St. Christoph-Bruderschaft auf dem Arlberg (Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hs. Weiss 242, 91v Karll Graff czu kurbaw vnd czu dalmacia vnd Chrabathen Ban ..., Margreth Banyn sein hausfraw ...) eintragen lassen (Digitalisat). Kroatien befand sich seinerzeit in Personalunion mit Ungarn; auf diese Weise sind das Fürbittgebet für den romischen chayser vnd dem kvnig Sigismund (29r) und die Hervorhebung speziell ungarischer Heiliger im Kalender (23.4. Adalbert, 27.6. Ladislaus, 20.8. Stephan, 5.11. Emmerich) zu erklären. Karl von Corbavia war außerdem oberster Schatzmeister und gehörte zu den 22 Gründungsmitgliedern des von Sigismund am 8.12.1408 zum Schutz des christlichen Glaubens und des Landes vor den Heiden gegründeten Drachenordens [Mitteilung von Regina Cermann, 3.3.2016].
  Mitteilungen von Regina Cermann
Christine Glaßner (Wien), März 2017

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