Aufbewahrungsort Mailand, Bibl. Nazionale Braidense, AE.XIII.12
Codex 607 Blätter
Beschreibstoff Papier
Inhalt Nikolaus-von-Dinkelsbühl-Redaktor (diese Hs. bislang unbekannt):
Bl. 3ra-466rb = thematische Predigten (vermutlich der vollständige Zyklus, nach Menhardts Zählung in der Folge Nr. 1-15, 25-27, 16-24, 28-36, 38-49, 37)
Bl. 472ra-602vb = Jahrespredigten (Auswahl?)
Bl. 603ra-605rb = Register (Rubriken-Verzeichnis)
Blattgröße 291 x 216 mm
Schriftraum 237 x 140 mm
Spaltenzahl 2
Zeilenzahl ca. 34
Besonderheiten Geschrieben per Paulum de N[iclospurga] (Bl. 329vb, 466rb) [zum Schreiber und zu Besitzvermerken in der Hs. s.u. Ergänzender Hinweis (2)].
Entstehungszeit 1449 (Bl. 329vb), 1450 (Bl. 466rb)
Schreibsprache bair.-österr.
Abbildung Grossi Turchetti, Taf. 24 [= Bl. 329v]
Literatur
(in Auswahl)
  • Hermann Menhardt, Nikolaus von Dinkelsbühls deutsche Predigt vom Eigentum im Kloster, in: Zeitschrift für deutsche Philologie 73 (1954), S. 1-39 und 268-291, bes. S. 3-13 (Verzeichnis der Predigten Nr. 1-49 nach Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 3054).
  • Thomas Hohmann, Nikolaus-von-Dinkelsbühl-Redaktor, in: 2VL 6 (1987), Sp. 1059-1062 + 2VL 11 (2004), Sp. 1053, bes. Bd. 6, Sp. 1059f. (ohne diese Hs.).
  • Maria Luisa Grossi Turchetti, I Manoscritti datati della Biblioteca Nazionale Braidense di Milano (Manoscritti datati d'Italia 10), Firenze 2004, S. 25 (Nr. 28), Taf. 24.
Archivbeschreibung ---
Ergänzender Hinweis 1) Nach Grossi Turchetti weisen die Mailänder Codices AE.XII.54 und AE.XIII.1, "che sono vergati in lingua tedesca", eine gleichartige Rückensignatur des 15. Jh.s und einen ähnlichen Einband auf wie AE.XIII.12 und stammen wahrscheinlich aus derselben alten Bibliothek. – Dankenswerterweise hat Werner Williams-Krapp im Juni 2012 das Ergebnis seiner Autopsie mitgeteilt: Es handelt sich bei diesen beiden Codices um zwei Handschriften in lateinischer Sprache; die Rückensignaturen dürften jünger als die Einbände sein.
2) Paulus de N[iclospurga] erscheint 1413 in den Matrikeln der Universität Wien. Von seiner Hand stammen auch die deutschsprachigen Handschriften Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 14269 (v.J. 1435) und Cod. 3042 (v.J. 1442). Außerdem schrieb er im Zeitraum von 1420 bis 1445 [nicht 1448] mindestens 11 lateinische Codices(teile); in Wien, Schottenstift, Cod. 279 (Hübl 283) v.J. 1445 kürzt Paul von Nikolsburg seinen Namen ebenso ab wie hier. Nachweise: Franz Unterkircher, Die datierten Handschriften in Wien außerhalb der Österreichischen Nationalbibliothek bis zum Jahre 1600. Katalogbeschreibungen von Heidelinde Horninger und Franz Lackner (Katalog der datierten Handschriften in lateinischer Schrift in Österreich V), Wien 1981, 1. Teil: Text, hier S. 101, zu Nr. 188 (sechs Hss.); ergänzend Sigrid Krämer in: Scriptores possessoresque codicum medii aevi. Datenbank von Schreibern und Besitzern mittelalterlicher Handschriften (Dr. Erwin Rauner Verlag: Augsburg 2006, DFG-Nationallizenz 2007), unter "Nicolsburga [], Paulus de" (fünf Hss. in Brünn, Graz, Klosterneuburg, München; "Wien, ÖNB, 4392" ist zu streichen).
Mehrere Besitzvermerke des 15. Jh.s. Vorn eingeklebt das Wappen des oberösterreichischen Grafgeschlechts von Sinzendorf und Thanhausen, mit dem Abzeichen des Ordens vom Goldenen Vlies; in diesen wurde Philipp Ludwig Graf von Sinzendorf(f) (1671-1742) i.J. 1712 aufgenommen (vgl. ADB 34, S. 410). Vermutlich aus der Bibliothek von Graf Carlo Pertusati (Mailand, 1674-1755).
  Gisela Kornrumpf (München), Mai 2016