Über das Projekt

Seit 2017 ist der Handschriftencensus ein von der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur gefördertes Projekt.

  1. Ziele

    Der ʻHandschriftencensusʼ hat sich zum Ziel gesetzt, das gesamte deutschsprachige Handschriftenerbe des Mittelalters systematisch zu erfassen. Es handelt sich um ca. 26.000 Handschriften und Fragmente aus der Zeit von etwa 750 bis um 1520, die weltweit in mehr als 1.500 Bibliotheken, Sammlungen und Archiven verstreut und häufig sogar in einzelne Blätter zerlegt an verschiedenen Orten aufbewahrt werden.

    Da ein Gesamtverzeichnis der handschriftlichen Überlieferung deutschsprachiger Texte des Mittelalters nur sukzessive erarbeitet werden kann, ist der Datenbestand des Handschriftencensus naturgemäß heterogen: Von vollständigen oder beinahe vollständigen Einträgen bis hin zu Minimaleinträgen. Für die Aktualisierung und Ergänzung der Einträge wie auch für Hinweise auf bisher nicht berücksichtigte Handschriften ist die Arbeitsgruppe auf Ihre Mithilfe angewiesen.

  2. Zugänge

    Der Zugang zur Bestandsaufnahme der handschriftlichen Überlieferung deutschsprachiger Texte des Mittelalters ist möglich über ein ʻGesamtverzeichnis Handschriftenʼ oder das ʻGesamtverzeichnis Autoren/Werkeʼ. Die ʻForschungsliteratur zu deutschsprachigen Handschriften des Mittelaltersʼ versammelt sämtliche in den Handschriftenbeschreibungen aufgeführten Literaturangaben sowie Handschriftenkataloge und -verzeichnisse.

    Das 'Gesamtverzeichnis Handschriften' listet - nach den heutigen bzw. den zuletzt bekannten Aufbewahrungsorten sortiert - alle bisher erfassten Textzeugen auf, über die Informationen in der Datenbank vorliegen; in Privatbesitz befindliche Stücke stehen am Ende des Alphabets. Die Liste kann auch nach Ländern sortiert werden.

    Das 'Gesamtverzeichnis Autoren / Werke', das sich bei den Ansetzungen an die 2. Auflage des Verfasserlexikons anlehnt, fasst überblickhaft die einschlägigen Textzeugen und deren aktuelle Aufbewahrungsorte und Signaturen zusammen. Die Anordnung innerhalb der Überlieferungszusammenstellungen erfolgt in der alphabetischen Reihenfolge der heutigen bzw. der zuletzt bekannten Aufbewahrungsorte; in Privatbesitz befindliche Stücke stehen am Ende des Alphabets. - Zusammengehörige, aber an verschiedenen Bibliotheksorten bzw. unter verschiedenen Signaturen aufbewahrte Stücke der gleichen Handschrift werden nur an einer Stelle aufgeführt und mit "Discissus ... usw." gekennzeichnet.

    Innerhalb dieser Verzeichnisse werden die (mehr oder weniger) vollständigen Codices mit vorangestelltem ■ markiert, die Fragmente mit □ und sonstige Überlieferungsformen (Rollen, Einzelblätter usw.) mit ○.

    Im Anschluss an die Überlieferungszusammenstellung sind Editionen und Abdrucke aufgeführt. Diese haben in der Regel 'Hinweis'-Charakter ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Neben den einschlägigen Editionen sollen vorrangig die seit Fertigstellung des 'Verfasserlexikons' erschienenen Textausgaben zusammengestellt werden. Auf in Vorbereitung befindliche Editionsvorhaben wird mit einem weiterführenden Link ("Siehe auch Editionsbericht") verwiesen. Anhand des Hinweises 'Ausgaben' im Anschluss an die Zahl der Überlieferungszeugen kann im 'Gesamtverzeichnis Autoren / Werke' auf den ersten Blick festgestellt werden, ob 'Ausgaben' zu einem bestimmten Werk bereits verzeichnet wurden.

    Die Datenbank 'Forschungsliteratur zu deutschsprachigen Handschriften des Mittelalters' bietet ein durchsuchbares, kumuliertes Gesamtverzeichnis aller bei den Einzelbeschreibungen des Handschriftencensus zitierten Literaturangaben. Neben der Suchmaske zur Auswahl bestimmter Einträge stehen als weitere Anzeigemöglichkeiten eine Gesamtliste aller Einträge, eine Liste aller in die Datenbank aufgenommenen Neuerscheinungen des laufenden und vergangenen Jahres sowie – über einen eigenen Menüpunkt – eine Auswahlliste 'Handschriftenkataloge und -verzeichnisse' zur Verfügung. Von jedem bibliographischen Eintrag aus können über Links alle Handschriftenbeschreibungen angezeigt werden, bei denen die gewählte Publikation zitiert wird. Die Datenbank, die derzeit mehr als 19.000 überprüfte und vereinheitlichte Einträge umfasst (Stand: Januar 2017), wird ständig erweitert und aktualisiert. Der Editionsbericht verzeichnet Projekte, bei denen zukünftig Neu- und Erstausgaben von mittelalterlichen deutschen Texten entstehen werden.

  3. Geschichte

    Die Arbeitsgruppe "Handschriftencensus" ist 2006 als Verbund von Forschern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gegründet worden und arbeitete bis zur Bewilligung des Akademieprojekts ‚ehrenamtlich‘. Der HSC ist hervorgegangen aus den DFG-geförderten 'Marburger Repertorien deutschsprachiger Handschriften des 13. und 14. Jahrhunderts'. Seit 2007 wird er ergänzt um die ähnlich strukturierten Beschreibungen der deutschsprachigen Handschriften bis 1200 im 'Paderborner Repertorium der deutschsprachigen Textüberlieferung des 8. bis 12. Jahrhunderts'. Assoziiert sind zudem das Freidank-Repertorium und das 'Marburger Repertorium zur Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus'.

  4. Zitierweise

    Überlieferungszusammenstellungen und andere Informationen aus dem Handschriftencensus sollten zitiert werden mit "Handschriftencensus (http://www.handschriftencensus.de)" unter Beifügung der Datumsangabe des Eintrags und gegebenenfalls des Namens des Bearbeiters / der Bearbeiterin.

  5. » Grundlagen der guten wissenschaftlichen Praxis im Handschriftencensus