Neuigkeiten

  • 'Ambraser Heldenbuch' online
    Hermann Reichert (Wien) macht darauf aufmerksam, dass das in der Österreichischen Nationalbibliothek Wien unter der Signatur Cod. Ser. nova 2663 aufbewahrte 'Ambraser Heldenbuch' jetzt als vollständiges Farb-Digitalisat zugänglich ist. Diese zu Beginn des 16. Jahrhunderts im Auftrag Kaiser Maximilians I. angefertigte deutschsprachige Handschrift überliefert 25 verschiedene Texte (darunter 15 Unika). Der Zugang zum Digitalisat kann über den einschlägigen Eintrag im Handschriftencensus oder über die Rubrik 'Handschriftenabbildungen. Deutschsprachige Handschriften des Mittelalters im Internet' erfolgen.
  • Verschollen geglaubter Grazer Textzeuge des 'Buchs von geistlicher Armut' identifiziert
    Richard F. Fasching (Winterthur) gelang es mit Hilfe von Fotografien (im Besitz von Werner Williams-Krapp) den in der Literatur als in Grazer Privatbesitz genannten, bisher verschollen geglaubten Textzeugen des 'Buchs von geistlicher Armut' (Denifle Sigle B) mit dem Cod. 6156 des Grazer Dominikanerkonvents zu identifizieren. Nähere Informationen siehe Handschriftencensus, Graz Dominikanerkonvent, Cod. 6156.
  • Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters
    Vom 'Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters', der bei der Kommission für Deutsche Literatur des Mittelalters der Bayerischen Akademie der Wissenschaften erarbeitet wird, sind soeben zwei neue Lieferungen erschienen:
    Bd. 3,5 (Chroniken, von Ulrike Bodemann, Peter Schmidt und Christine Stöllinger-Löser) sowie Bd. 5,4 (Gebetbücher, von Regina Cermann unter Mitarbeit von Kristina Domanski). Über die bereits erschienenen und die in Vorbereitung befindlichen Lieferungen informiert die Website der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
  • Alle Handschriften des 'Zerbster Fronleichnamsspiels' wiedergefunden
    Hannes Lemke (Leipzig / Magdeburg) hat im Stadtarchiv Zerbst (Historisches Archiv) die seit 1945 verschollenen Handschriften des 'Zerbster Fronleichnamsspiels' (Hs. O und Hss. I-XIV) wiederentdeckt, so dass jetzt präzise Angaben zu den einzelnen Textzeugen gemacht, Unklarheiten beseitigt und zahlreiche falsche Angaben in der einschlägigen Forschungsliteratur berichtigt werden können. Die aus dem beginnenden 16. Jh. stammenden Textzeugen (Umfang jeweils zwischen 6 und 12 Blätter) zeigen verschiedene Überarbeitungsphasen des Spiels, die auf wechselnde Aufführungsweisen schließen lassen und Einblicke in die Textproduktion ermöglichen. Weiterführende Hinweise finden sich im 'Gesamtverzeichnis Autoren / Werke' unter 'Zerbster Fronleichnamsspiel'.
  • Neues Fragment von Rudolfs 'Weltchronik' in Leiden
    Graeme Dunphy (Regensburg) hat in der Universitätsbibliothek Leiden ein in der bisherigen Forschung unbekanntes Fragment aus der 'Weltchronik' Rudolfs von Ems entdeckt. Offenbar gehören die beiden Querstreifen, die aus einer in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts im bairischen Sprachraum entstandenen Handschrift stammen, zu keinem bekannten Discissus. Weiterführende Hinweise finden sich unter Leiden, Universitätsbibl., BPL 2391c.
  • Neuer Textzeuge aus Heinrichs von Hesler 'Apokalypse' in Zerbst identifiziert
    Ein 1887 von Hermann Wäschke als "Bruchstück aus einem mittelniederdeutschen religiösen Epos" veröffentlichtes Fragment konnte von Kurt Gärtner (Marburg) als ein Bruchstück aus einer bisher unbekannten Handschrift mit der 'Apokalypse' Heinrichs von Hesler identifiziert werden. Das offensichtlich aus dem 14. Jahrhundert stammende Pergamentblatt gilt allerdings derzeit als verschollen; Nachforschungen von Hannes Lemke (Magdeburg / Leipzig) im Zerbster Stadtarchiv verliefen bislang ergebnislos. Weiterführende Hinweise finden sich unter Zerbst, Stadtarchiv, Abt. III, Nr. 16.
  • Fragmentenfunde in Bern
    Ein Hinweis von Ulrich-Dieter Oppitz (Neu-Ulm) auf bisher unidentifizierte Fragmente in der Burgerbibliothek Bern führte zu einigen bemerkenswerten Neufunden: Neben einem Bruchstück aus Heinrich Seuse: 'Büchlein der ewigen Weisheit' und zahlreichen Blättern einer Hs. von Heinrich von Mügeln: 'Valerius-Maximus-Auslegung' fanden sich Teile des Psalmenkommentars des Österreichischen Bibelübersetzers sowie Ausschnitte aus der Antoniuslegende in der 'Alemannischen Vitaspatrum'.
  • Fragment des 'Breslauer Landrechts' in Berlin identifiziert
    Ein in der Forschung bislang unbekanntes Fragment im Bestand "Fragm. var." der Berliner Staatsbibliothek konnte von Ulrich-Dieter Oppitz (Neu-Ulm) als Rest einer Handschrift des 'Breslauer Landrechts' identifiziert werden. Das Pergamentblatt, das aus dem Besitz von Heinrich Hoffmann von Fallersleben stammt, enthält einen Teil des Registers mit den Artikelüberschriften zu CXXVI bis CLXXVI. Weiterführende Hinweise finden sich unter Berlin, Staatsbibl., Fragm. var. 248,2.
  • Fragmente einer frühen Ortolf-Handschrift zusammengeführt
    Einer der frühesten Textzeugen von Ortolfs von Baierland 'Arzneibuch', von dem bisher ein Einzelblatt in der Berliner Staatsbibliothek (mgo 476) und ein Doppelblatt in der Münchner Staatsbibliothek (Cgm 5153h) bekannt waren, hat Zuwachs bekommen: Aus derselben Pergamenthandschrift, die nach Karin Schneider in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts im mittelbairischen Sprachraum von einem Hermannus Pachsteltz geschrieben worden ist, stammt nach Feststellungen von Bernhard Schnell (Göttingen) ein weiteres Doppelblatt, das heute in der Newberry Library in Chicago (früher Cheltenham) aufbewahrt wird. Weiterführende Angaben und bibliographische Hinweise (einschl. Links zu Farb-Digitalisaten des Chicago-Fragments) finden sich im Handschriftencensus beim einschlägigen Eintrag zu diesem Discissus. - Möglicherweise gehört zu diesem Discissus noch ein weiteres Blatt, das Bernhard Schnell erst kürzlich identifizieren konnte; dieses Fragment, dessen Verbleib unbekannt ist, befand sich zuletzt im Privatbesitz von Hugo Graf von Walderdorff, Hauzenstein bei Regensburg, Fragm. germ. 7 8°.
  • Neues 'Passional'-Fragment in Wolfenbüttel
    In einem 1993 von der HAB Wolfenbüttel in Goslar erworbenen Konvolut konnte ein neues 'Passional'-Fragment identifiziert werden. Offensichtlich gehört es zu keiner bis dato bekannten Handchrift. Eine detaillierte Beschreibung unter der Signatur Wolfenbüttel, Herzog August Bibl., Cod. 89 Novissimi 4° (2) liegt im HSC durch Nicole Eichenberger vor.
    [Update 9.3.2012: Inzwischen konnte festgestellt werden, dass das neue Wolfenbütteler Fragment Überrest einer ursprünglich dreispaltigen Handschrift war und zum 'Passional'-Discissus Od gehört]