Aufbewahrungsort New York, The Morgan Libr., MS B.61
[früher Privatbesitz Curt F. Bühler, New York; davor Cologny-Genf, Bibl. Bodmeriana, ohne Sign.]
Codex 62 Blätter
Beschreibstoff Papier
Inhalt Bl. 1r = Alphabet und scherzhafte Einträge einer späteren Hand
Bl. 3r-59v = 'Münchner Oswald' (N)
Bl. 60r = Zweizeiler, lat., von anderer Hand
Blattgröße 310 x 205 mm
Schriftraum 195 x 140 mm
Spaltenzahl 1
Zeilenzahl 28-33
Versgestaltung Verse abgesetzt
Entstehungszeit 2. Hälfte 15. Jh. (Plummer u.a. S. 43; Wetzel S. 221)
Literatur
  • Martin Bodmer, Eine Bibliothek der Weltliteratur, Zürich 1947, S. 67.
  • Michael Curschmann (Hg.), Der Münchner Oswald. Mit einem Anhang: Die ostschwäbische Prosabearbeitung des 15. Jahrhunderts (Altdeutsche Textbibliothek 76), Tübingen 1974 (ohne diese Hs.).
  • John H. Plummer, William M. Voelkle, Gregory T. Clark, Medieval and Renaissance Manuscripts, in: Twenty-First Report to the Fellows of the Pierpont Morgan Library 1984-1986, ed. by Charles Ryskamp, New York 1989, S. 1-109 mit Tafel 1-11, darin S. 27-43: The Curt F. Bühler Bequest, hier S. 43.
  • René Wetzel, Deutsche Handschriften des Mittelalters in der Bodmeriana. Mit einem Beitrag von Karin Schneider zum ehemaligen Kalocsa-Codex (Bibliotheca Bodmeriana Kataloge VII), Cologny-Genève 1994, S. 221 (noch als verschollen bezeichnet).
  • Stephan Müller, Des Raben Minnegruß. Neues zur Kemenatenszene im Münchner Oswald (The Morgan Library, MS B.61), in: Höfische Textualität. Festschrift für Peter Strohschneider, hg. von Beate Kellner, Ludger Lieb, Stephan Müller unter Mitarbeit von Jan Hon, Pia Selmayr (Germanisch-Romanische Monatsschrift. Beiheft 69), Heidelberg 2015, S. 249-262 (mit Abdruck von Bl. 21r-v S. 250f.).
  • Corsair. The Online Resource of The Pierpont Morgan Library (Search by Expert >> "OSIN Ms B.61"). [online]
  • Schoenberg Database of Manuscripts (search 51248). [online]
Archivbeschreibung ---
Ergänzender Hinweis 1) Die Handschrift wurde im August 1970 von Curt F. Bühler bei H. P. Kraus (New York) erworben und kam 1985 als Vermächtnis Bühlers in die New Yorker Bibliothek (Corsair).
2) Der Hinweis auf den aktuellen Standort von Bodmers Handschrift ist einer Mitteilung von Dr. Jörn Günther an Gisela Kornrumpf zu verdanken. Der Text ist im Codex als eine der Forschung unbekannte Hs. des 'Münchner Oswald' durch einen auf dem vorderen Spiegel eingeklebten älteren maschinenschriftlichen Hinweis identifiziert, der die Hss. in München (M) und Schaffhausen (S) anführt. Die über die gedruckte Kurzbeschreibung hinausgehenden obigen Angaben beruhen auf einem Film der Kommission für Deutsche Literatur des Mittelalters der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Ein kursorischer Vergleich des gesamten Textes der Hs. N mit Michael Curschmanns Ausgabe des 'Münchner Oswald' (einschließlich Einleitung und Apparat) durch Gisela Kornrumpf ergab u.a.: N überliefert den Text ohne mechanische Lücken. Eine größere Auslassung (v. 2293-2354, Bl. 40v) ist durch Umformulierung bereits etwas kaschiert. Nach v. 1092 sind 26 Verse eingeschaltet (Bl. 21r-v). Aufgrund der Lesarten stellt sich N zu Curschmanns Gruppe WS, öfter stimmt N speziell zu W; mehrere Stellen lassen es allerdings als möglich erscheinen, daß N auf eine vor *WS anzusetzende Stufe *NWS zurückgeht. (August 2012)
  Christine Glaßner (Wien) / Gisela Kornrumpf (München) / trk, März 2019