Aufbewahrungsort Lübeck, Stadtbibl., Ms. jur. 2° 85
Codex 60 Blätter
Beschreibstoff Papier
Inhalt Sammelhandschrift mit Rechtstexten, zumeist auf Wien bezogen, und zwei TageLiedern; dt. (Bl. 2r-39r, 51r-59v) und lat. (Bl. 39r-50v)
Bl. 1 = leer
Bl. 14v-39r = 'Wiener Stadtrechtsbuch', Redaktion B (Bd)
Bl. 53r-58v = 'Österreichisches Landrecht', Fassung I (S)
Bl. 58v-59r = Judeneid
Bl. 59r = Tagelied I (Inc. Es ist ein salig man), 3 Strophen; entspricht Haltaus I,8 im 'Liederbuch der Hätzlerin'
Bl. 59v = Tagelied II (Inc. Ich cheus ein liecht aus truben wolchen spelden), 3 Strophen
Bl. 59v = Formel für den Richter, dt. (Nachtrag)
Bl. 60 = leer
Blattgröße 284 x 210 mm
Schriftraum 218 x 150 mm
Strophengestaltung Strophen abgesetzt
Versgestaltung Verse nicht abgesetzt
Entstehungszeit 15. Jh. (Einträge wohl des Erstbesitzers iorg Karlhoffer von 1478 [Hasenöhrl: "1474"], s. Schuster S. 5, Karstedt Bl. 1); Nachtrag um 1500 (Karstedt Bl. 1)
Schreibsprache bair.-österr.
Literatur
(Hinweis)
  • Victor Hasenöhrl, Österreichisches Landesrecht im 13. und 14. Jahrhundert. Ein Beitrag zur deutschen Rechtsgeschichte, Wien 1867, S. 4f. (Nr. 3) (Beschreibung der Hs. [ohne Signatur]; S. 5 zwischen "13." und "Fol. 59b" ausgefallen: "Fol. 59a-b Tagelieder. - 14."), 22f. (Tabelle A), 236-263 (Ausgabe, mit den Lesarten dieser Hs.). [online]
  • Heinrich Maria Schuster (Hg.), Das Wiener Stadtrechts- oder Weichbildbuch, Wien 1873, S. 3-5 (Beschreibung, mit Abdruck des Nachtrags S. 4f.), 17-27 passim ("Textentwicklung"), 43, 45-134 (Ausgabe, ohne den "Anhang über die gesessenen Leute" der Redaktion B und ohne die Lesarten dieser Hs.). [online]
  • Karl Bartsch, Zwei Tagelieder, in: Germania 21 (1876), S. 421-424 (Abdruck; ohne Hinweis auf die Parallelüberlieferung des ersten Tageliedes im 'Liederbuch der Hätzlerin'). [online]
  • Walter de Gruyter, Das deutsche Tagelied, Diss. Leipzig, Leipzig 1887, S. 44f. [online]
  • Ernst Freih. v. Schwind und Alphons Dopsch (Hg.), Ausgewählte Urkunden zur Verfassungs-Geschichte der deutsch-österreichischen Erblande im Mittelalter, Innsbruck 1895, S. 55-73 (Nr. 34, Ausgabe der Fassung I des 'Österreichischen Landrechts', mit den Lesarten dieser Hs.). [online]
  • Horst Dieter Schlosser, Untersuchungen zum sog. lyrischen Teil des Liederbuchs der Klara Hätzlerin, Diss. Hamburg 1965, S. 31.
  • Hanns Fischer, Nachwort zum Neudruck: Liederbuch der Clara Hätzlerin, hg. von Carl Haltaus (1840) (Deutsche Neudrucke, Reihe: Texte des Mittelalters), Berlin 1966, S. 367-423, hier S. 396.
  • Ralf Breslau, Die Tagelieder des späten Mittelalters. Rezeption und Variation eines Liedtyps der höfischen Lyrik, Diss. Berlin 1987, S. 114-117 (zu Lied II, mit Abdruck nach Bartsch); vgl. auch S. 92-94 (zur Fassung von Lied I im 'Liederbuch der Klara Hätzlerin').
  • Max Weltin, 'Österreichisches Landrecht', in: 2VL 7 (1989), Sp. 117-119.
  • Robert Schweitzer, Die alten und wertvollen Bestände der Stadtbibliothek. Entdeckung der Sammlung, Geschichte der Auslagerung, Bedeutung der Rückkehr, in: Der Wagen. Ein Lübeckisches Jahrbuch, Lübeck 1992, S. 73-105, 269-278, hier S. 272 (führt die Hs. unter den "aus der Sowjetunion zurückgekehrten Hss." an).
  • Ulrich-Dieter Oppitz, 'Wiener Stadtrechtsbuch', in: 2VL 10 (1999), Sp. 1039-1042, hier Sp. 1039, 1040.
  • Ulrich-Dieter Oppitz, Ergänzungen zu "Deutsche Rechtsbücher des Mittelalters und ihre Handschriften", in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Germ. Abt. 131 (2014), S. 400-417, hier S. 407 (Nr. 963a).
Archivbeschreibung Peter Karstedt (1935) 6 + 4 Bll. + (Nachtrag Bl. 4: Corrigenda zu Schuster S. 4f.)
  Mitteilungen von Sine Nomine
Gisela Kornrumpf (München), Juli 2014