Aufbewahrungsort Rom (Vatikanstadt), Bibl. Apostolica Vaticana, Cod. Vat. lat. 8966
Codex II + 320 + I Blätter
Beschreibstoff Papier
Inhalt Bl. 1ra-240ra = 'Schwarzwälder Predigten'
Bl. 240rb-244vb = 'Von den Zeichen der Messe' nach Berthold von Regensburg
Bl. 245ra-276va = Marquard von Lindau: 'Eucharistie-Traktat'
Bl. 276vb-281va = Heinrich Seuse: 'Büchlein der ewigen Weisheit' (nur 21. Kap.)
Bl. 281vb-291rb = Beichtbuch (gereimt)
Bl. 291va-313rb = 'Lucidarius' (R2)
Bl. 313va-316ra = 'Ave praeclara maris stella', Mariensequenz, dt. paraphrasierend-glossierendes Reimpaargedicht
Blattgröße 290 x 205 mm
Besonderheiten illustriert
Entstehungszeit 2. Viertel bis gegen Mitte 15. Jh. (Ulmschneider [1999] S. 114, Anm. 12); ca. 1465-1470 [Wasserzeichenbefund; s.u. Ergänzender Hinweis]
Schreibsprache südrheinfrk. / nordwestalem. (Ulmschneider [1999] S. 114, Anm. 12)
Abbildung Ulmschneider [1999] S. 126-132 (Abb. 1, 3-8) [= Bl. IIr, 1r, 5v, 19v, 61v, 240r, 291v]
Literatur
  • Walther Lipphardt, 'Ave praeclara maris stella' (deutsch), in: 2VL 1 (1978), Sp. 568-570 + Gisela Kornrumpf, in: 2VL 11 (2004), Sp. 193-195, hier Bd. 1, Sp. 569 (5.) und Bd. 11, Sp. 193 (zu Nr. 5) (ohne diese Hs.).
  • Nigel F. Palmer, Marquard von Lindau, in: 2VL 6 (1987), Sp. 81-126 + 2VL 11 (2004), Sp. 978, hier Bd. 6, Sp. 99 (mit unvollständiger Signatur).
  • Dagmar Gottschall und Georg Steer (Hg.), Der deutsche 'Lucidarius', Bd. 1: Kritischer Text nach den Handschriften (Texte und Textgeschichte 35), Tübingen 1994, S. 15* (Nr. 50).
  • Helgard Ulmschneider, Eine bisher unbekannte deutsche Handschrift aus der Heidelberger Bibliotheca Palatina in Rom, in: Bibliothek und Wissenschaft 32 (1999), S. 112-132.
  • Helgard Ulmschneider, Der deutsche 'Lucidarius', Bd. 4: Die mittelalterliche Überlieferungsgeschichte (Texte und Textgeschichte 38), Berlin/New York 2011, S. 247-254.
  • Berliner Repertorium der mittelalterlichen deutschen Übertragungen lateinischer Hymnen und Sequenzen, >>> Direktlink zu dieser Handschrift. [online]
Archivbeschreibung vorhanden und Karl Christ (1916) 55 Bll. (Sammelbeschreibung 'Deutsche Hss. in Italien', hier Bl. 4)
Ergänzender Hinweis Nach den Untersuchungen der Wasserzeichen durch Johannes M. Depnering (St Edmund Hall, Oxford) vom 27. Oktober 2011 handelt es sich vornehmlich um ein Wasserzeichen in Form des Buchstabens P (gebrochen; zweikonturig; mit Beizeichen; mit einkonturigem Stern; darüber einkonturiger Stern): ohne Ort, 1467 (siehe Piccard online: http://www.piccard-online.de/?nr=114626). Das Wasserzeichen ist sehr gut auf Bl. 316 sichtbar und durchgängig in der Handschrift zu finden, z.B. auf Bl. 32, 104, 169, 226 und 262. Die Übereinstimmung umfasst sogar die Punktverdickungen. - Wasserzeichen mit minimalen Abweichungen sind lediglich um ein Jahr früher datiert (siehe http://www.piccard-online.de/?nr=114621 und http://www.piccard-online.de/?nr=114627). - Die Handschrift weist zudem ein zweites Wasserzeichen auf – einmalig auf dem vorletzten, ungezählten Blatt (es wäre Bl. 322). Es handelt sich erneut um den Buchstaben P: ohne Ort, datiert 1468 (http://www.piccard-online.de/?nr=114634 ).
  Mitteilungen von Johannes M. Depnering, Gisela Kornrumpf
Helgard Ulmschneider (Heidelberg), September 2018