Aufbewahrungsort Salzburg, Stiftsbibl. Nonnberg, Cod. 23 D 21 (früher 23 C 15)
Codex 164 Blätter
Beschreibstoff Papier
Inhalt Bl. 1r–134r = 'Summa sacrificiorum'
Bl. 134v-142r = Von der heilikait vnd von der peczüchtung der messe
Bl. 142v-143v = leer
Bl. 144ra-148rb = 'Udo von Magdeburg' (Reimfassung)
Bl. 148va-153ra = Geistlicher Reimtext (Inc.: Vnser herr spricht also / in dem heiligen Ewangelio) [s.u. Ergänzender Hinweis]
Bl. 153ra-160vb = 'Kaiserchronik' B [nur 'Crescentia']
Bl. 161-163 = leer
Blattgröße 285 x 207 mm
Schriftraum ca. 210 x 150-160 mm
Spaltenzahl 1 (bis Bl. 142v); 2 (ab Bl. 144r)
Zeilenzahl Bl. 1r-142r: 38-47 (meist 42)
Bl. 144ra-148rb: 47-49
Bl. 148va-153ra: 44-47
Bl. 153ra-160vb: bis 48
Versgestaltung Verse der Reimtexte abgesetzt
Besonderheiten Schreibernennung auf Bl. 134r und 160vb: Leonhard Waitzhofer; Auftraggeberin: Äbtissin Agatha Haunsperger (Äbtissin in Nonnberg)
Entstehungszeit 1453 (vgl. Bl. 160vb)
Schreibsprache obd.
Abbildung SW-Abbildung im Internet [= Bl. 153r-160v]
Literatur
  • Kurt Ruh, Ein altes Kaiserchronikfragment aus St. Florian, in: Zeitschrift für deutsche Philologie 83 (1964), S. 34-41, hier S. 41.
  • Nigel F. Palmer, 'Visio Tnugdali'. The German and Dutch Translations and their Circulation in the Later Middle Ages (MTU 76), München 1982, S. 412.
  • Nigel F. Palmer, 'Udo von Magdeburg', in: 2VL 9 (1995), Sp. 1213-1220, hier Sp. 1218.
  • Gerold Hayer und Manuel Schwembacher unter Mitarbeit von Friedrich Adomeit und Susanne Lang, Die mittelalterlichen Handschriften des Stiftes Nonnberg in Salzburg (Österreichische Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse, Denkschriften 501; Veröffentlichungen zum Schrift- und Buchwesen des Mittelalters II,7). Wien 2018, S. 190-192. [online]
Archivbeschreibung ---
Ergänzender Hinweis Zum geistlichen Reimtext auf Bl. 148va-153ra:
Vnser herr spricht also / in dem heiligen Ewangelio / Wann der wirt ward gewar / das chömen solt ein dieb dar ... - ...Do dicz puech ward gelesen / dy frawn warden vrölich wesen / Sy slugen also taugen / den slaff aus iren augen / Sy sprachen all gemainkleich / himel wunne got ere dich / Dein süessew taiding / machet vns ring / Dw pist in himelreich gewesen / dw solt vns von got lesen / So müg wir all vrölich wesen / Der pot sprach an der stund / Ich chan euch nicht mer machen chund.
Kommentar zu Mt 24,45 und Mt 25,13 ('vigilate animo', Bl. 148vb, Z. 32), Personifizierung der vier vorbildlichen Jungfrauen (chamer vrewlein, Bl. 149va, Z. 18), Tugenden als Pförtnerinnen der Seele:
1. fraw siech dich für (Bl. 149rb, Z. 9),
2. dye mazzen (Bl. 149rb, Z. 25),
3. fraw stärkchew chraft (Bl. 149rb, Z. 39),
4. fraw gerechtikait (Bl. 149va, Z. 18),
erzählt wird ein gutes merlein (Bl. 150ra, Z. 45), in dem ein Bote aus der Hölle zu den vier Jungfrauen kommt und anschaulich die Hölle schildert, die vier Tugenden setzen ihre Ratschläge dagegen,
darin eingeschoben wird ein reicher Mann erwähnt, der dizz vier tugent nie gewan (Bl. 152rb, Z. 6): Lc 16,19-31, die Erzählung des Boten bestätigt die vier Jungfrauen, die Geschichte wird als puech (Bl. 153ra, Z. 2) beschrieben, genauso wie die Quelle der Crescentialegende (Bl. 153ra, Z. 15‚ 'Kaiserchronik' v. 11352)
  Teresa Wintgens (Dresden), Juli 2019