Handschriftencensus

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz Philipps-Universität Marburg

Eine Bestandsaufnahme der handschriftlichen Überlieferung deutschsprachiger Texte des Mittelalters

Handschriftenbeschreibung 16765

Aufbewahrungsort | Inhalt | Kodikologie | Forschungsliteratur

Aufbewahrungsort 

InstitutionArtUmfang
Erfurt, Universitätsbibl., Cod. Ampl. 4° 63Codex129 Blätter

Inhalt 

Lat. Sammelhandschrift mit Schultexten (u.a. Alexander de Villa Dei, Johannes de Garlandia, Otto von Lüneburg), darin dt. Einsprengsel:
Notiz de invenienda coniunctione lunae [Bl. 94rb]
Freidank [Bl. 125vb]
Rätsel [Bl. 126r]
Johannes de Garlandia: 'Cornutus' (Versübersetzung, Auszüge) (G) [Bl. 127v-129r]
Briefentwürfe [Bl. 129v]

Kodikologie 

BeschreibstoffPapier
Blattgröße215 x 150 mm
Schriftraum160-170 x 110 mm
Spaltenzahl1 (Bl. 126r-129v), 2 (Bl. 1r-125v)
Zeilenzahl40-50
Besonderheitenmehrere Schreiber, 2 genannt:
1. Johannes Arsten mit Datum 1395 [Bl. 102rb], lt. Eintrag auf Bl. 129r rector tunc temporis [= 1396] in Bacheris [= Bacharach] (entsprechend Randnotiz Bl. 101rb: complete in bacheracho)
2. Iohannes dictus Geismar mit Datum 1395 [Bl. 119vb], lt. Eintrag Bl. 125va Besitzer der Hs. (hic liber pertinet Iohanni de Geismar)
Entstehungszeit1395 (Bl. 102rb, 129v), 1396 (Bl. 129r)
Schreibsprachewestmd.
SchreibortBacharach

Forschungsliteratur 

Abbildungen---
Literatur
  • Wilhelm Schum, Beschreibendes Verzeichniss der Amplonianischen Handschriften-Sammlung zu Erfurt, Berlin 1887 (Nachdruck Hildesheim 2010), S. 335f. [online]
  • Edwin Habel (Hg.), Der deutsche Cornutus. I. Teil. Der Cornutus des Johannes de Garlandia, ein Schulbuch des 13. Jahrhunderts. In den deutschen Übersetzungen des Mittelalters, Berlin 1908, S. 9, 54-57 (mit Abdruck von Bl. 127v-129r).
  • Marburger Repertorium der Freidank-Überlieferung [online]
ArchivbeschreibungHeinrich Niewöhner (1919) 12 Bll.
Ergänzender HinweisNach Auskunft von Melitta Rheinheimer (Berlin) haben die vier auf Bl. 125vb aufgezeichneten Verse (Niewöhner: 'Lob der Frauen') nichts zu tun mit dem bei Tilo Brandis (Mittelhochdeutsche, mittelniederdeutsche und mittelniederländische Minnereden. Verzeichnis der Handschriften und Drucke [MTU 25], München 1968) unter Nr. 268 verzeichneten 'Lob der Frauen'. - Nach Mitteilung von Jacob Klingner (Dresden) handelt es sich bei den vier nachgetragenen Versen [Frauwen sint dorch freüde genant / frawen die erfrauwent alle lant / Ach wie wol ist ym liebe bekant / der frauwen liebe von ersten fant] um eine Variation zu einer bekannten Freidank-Stelle (Grimm / Bezzenberger 106, 4-7).
Jürgen Wolf (Berlin) / Manuel Bauer / Joachim Heinzle, Juli 2007