Handschriftencensus

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz Philipps-Universität Marburg

Eine Bestandsaufnahme der handschriftlichen Überlieferung deutschsprachiger Texte des Mittelalters

Handschriftenbeschreibung 18426

Aufbewahrungsorte | Inhalt | Kodikologie

Aufbewahrungsorte 

InstitutionArtUmfang
Warschau, Nationalbibl., Inc. F. 1414 adl.SonstigesHandschriftlicher Eintrag auf dem letzten, unbedruckten Blatt der Inkunabel (bei der modernen Foliierung, die wohl die Vorsatzblätter einbezieht, gezählt als Bl. 110)

Inhalt 

Bl. 110r (oben links) = 'Augsburger Marienklage', Anfang (Str. 1,1-10; 2,1-10 und drei Verse)

Kodikologie 

BeschreibstoffPapier
Blattgröße280 x 170 mm
VersgestaltungVerse abgesetzt
Entstehungszeitum 1500 (Aßmann Bl. 2)
Schreibspracherheinfrk.? (Aßmann Bl. 4)

Forschungsliteratur 

Abbildungen---
ArchivbeschreibungEmil Aßmann (1939) 6 Bll. (mit vollständiger Transkription Bl. 4f.)
Ergänzender Hinweis1) Es handelt sich um ein Exemplar von 'Der Seelen Wurzgarten', Augsburg: Johann Schönsperger, 1496 (Hain 14587, GW M41165) mit geringen Defekten und dem Besitzvermerk des Augustinerchorfrauenstifts Inzigkofen (aus dem ein anderer Textzeuge der 'Augsburger Marienklage' stammt: Karlsruhe, LB, Cod. Donaueschingen 106). - Im 19. Jh. befand sich das Exemplar in der Bibliothek von Johannes Geffcken. Die Universitätsbibl. Lemberg hat es 1938 aus Privatbesitz (Graf Josef Kozinbrodzki) erworben. - Aßmann hat den handschriftlichen Eintrag bereits mit dem Abdruck zweier Versionen der 'Augsburger Marienklage' in Verbindung gebracht (Bl. 6). In der Forschung war dieser Textzeuge der 'Augsburger Marienklage' bisher unbekannt.
2) Nach dem Hinweis von Falk Eisermann (Berlin), dass ein Teil der Bestände der Universitätsbibliothek Lemberg / Lviv kriegsbedingt in die Nationalbibliothek Warschau verlagert wurde und dass sich dort ein Exemplar der genannten Inkunabel befindet, konnte Michal Spandowski (Warschau) im Juni 2012 bestätigen, dass es sich bei dem Warschauer Exemplar um die bislang verschollene Lemberger Inkunabel handelt, in der der handschriftliche Teil nach wie vor vorhanden ist.
Mitteilungen von Falk Eisermann, Michal Spandowski
Jürgen Wolf (Berlin) / Gisela Kornrumpf (München), Juni 2012