Handschriftencensus

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz Philipps-Universität Marburg

Eine Bestandsaufnahme der handschriftlichen Überlieferung deutschsprachiger Texte des Mittelalters

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Handschriftenbeschreibung 8472

Aufbewahrungsort | Inhalt | Kodikologie | Forschungsliteratur

Aufbewahrungsort 

InstitutionArtUmfang
München, Staatsbibl., Cgm 965CodexIV + 330 + IV Blätter

Inhalt 

'Kaiserchronik' C (Schröder Nr. 31) [Umarbeitung des Christof Tegernseer]

Kodikologie 

BeschreibstoffPapier
Blattgröße290 x 190 mm
Schriftraum210 x 120 mm
Spaltenzahl1
Zeilenzahlmeist 30
BesonderheitenNeben dieser Abschrift befinden sich noch zahlreiche weitere Abschriften mittelalterlicher Texte von Christof Tegernseer insbesondere aus dem Bereich der Ars belli in der Bayerischen Staatsbibl. sowie in anderen Bibliotheken (alle Tegernseer-Handschriften aus dem Bereich der Ars belli sind erfasst in Leng, Bd. 2, S. 125-127, 218-220, 239-247, 281-283, 393f., 400f., 412-414). Der aus einem Münchner Patriziergeschlecht stammende Christof Tegernseer hat versucht „aus Arbeitslosigkeit und beständigem Geldmangel  […] ab 1584 nahezu jedes Jahr ein ‚Buch von den probierten Künsten‘ abzuschreiben“ und zu verkaufen bzw. „in Erwartung von Belohnung an die Fürsten seiner Zeit übersandt“ (Leng, Bd. 1, S. 347f.). Wie das ‚Kaiserchronik‘-Beispiel zeigt, gehörten offensichtlich auch Werke außerhalb der Kriegskunst zu seiner Angebotspalette. So erklärt sich auch, warum er seine Abschrift der ‚Kasierchronik‘ mit einer geradezu bombastischen Quellenfiktion aufzuwerten versucht. In einer umfassenden Einleitung zum Werk (Bl. 2r) verschleiert Tegernseer die Herkunft des Textes und verweist als Vorlage auf einen hoch vnnd weittberhuoembten hi∫toriographo Paulo Jouoio und eine Übertragung von Lateini∫cher Sprach in vnn∫er Teütt∫che vertiertt vnnd Rittmice oder Rheim wei∫s Be∫criben vnnd con∫tituiert.
Entstehungszeit1594 (Bl. 1r und 330v)
Schreibsprachebair./frnhd.

Forschungsliteratur 

Abbildungen
Literatur
(Hinweis)
  • Hans Ferdinand Maßmann (Hg.), Der keiser und der kunige buoch oder die sogenannte Kaiserchronik. Gedicht des zwölften Jahrhunderts, Dritter Theil (Bibliothek der gesammten deutschen National-Literatur 4,3), Quedlinburg/Leipzig 1854, S. 26-28. [online]
  • Edward Schröder (Hg.), Kaiserchronik eines Regensburger Geistlichen (MGH Deutsche Chroniken I,1), Berlin 1895 (Neudruck Berlin/Zürich 1964), S. 24f. (Nr. 31). [online]
  • Rainer Leng, Ars belli. Deutsche taktische und kriegstechnische Bilderhandschriften und Traktate im 15. und 16. Jahrhundert, Bd. 1: Entstehung und Entwicklung (Imagines Medii Aevi 12/1), Wiesbaden 2002, S. 125-127, 218-220, 239-247, 281-283, 393f., 400f., 412-414 (zu Tegernseer-Handschriften; ohne die ‚Kaiserchronik‘-Handschrift).
  • Kaiserchronik - digital [online] [zur Beschreibung]
Archivbeschreibungvorhanden
Ergänzender Hinweis
  • Versbestand: Moderne Umarbeitung der C-Fassung durch Christof Tegernseer
Mitteilungen von Sine Nomine
Jürgen Wolf, Dezember 2022