Handschriften­census

Eine Bestandsaufnahme der handschriftlichen Über­lieferung deutschsprachiger Texte des Mittelalters

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Verbleib? Berlin und München! 

Die Staatsbibliothek zu Berlin und die Bayerische Staatsbibliothek konnten bei Auktionen des Buch- und Kunstantiquariats Reiss & Sohn in Königstein (Taunus) erfolgreich ihre Handschriftenbestände erweitern. Nach München ging eine 'Der Heiligen Leben'-Handschrift des 15. Jahrhunderts, deren Verbleib seit 1865 unbekannt war. Die Berliner Staatsbibliothek erwarb ein Fragment des 14. Jahrhunderts von Strickers 'Karl der Große', das zur selben Handschrift gehört, wie ein in Berlin bereits vorhandenes 'Karl'-Fragment.
Daniel Könitz | 30. Januar 2026

Online-Datenbank MMDC nicht mehr verfügbar 

Laut einer Mitteilung der Königlichen Bibliothek Den Haag ist die Online-Datenbank 'Medieval Manuscripts in Dutch Collections' (MMDC) seit dem 15. Dezember 2025 nicht mehr online verfügbar. Damit laufen die im 'Handschriftencensus' bei mehr als 730 Beschreibungen eingetragenen Direktverlinkungen ("Zur Beschreibung") ins Leere bzw. zur Startseite der KB Den Haag. Auf Nachfrage wurde dem 'Handschriftencensus' mitgeteilt, dass die Bibliothek bereits an einer Lösung arbeite, um die Informationen aus MMDC zeitnah wieder anbieten zu können. Aus diesem Grund verbleiben die Verweise auf MMDC vorerst im 'Handschriftencensus'. Die entsprechende Literaturangabe wurde jedoch um den Hinweis "seit Dez. 2025 nicht mehr online verfügbar" ergänzt.
Daniel Könitz | 16. Januar 2026

Neue Digitalisate der Utrechter Universitätsbibliothek 

Klaus Graf teilt mit, dass die Universitätsbibliothek Utrecht nahezu alle volkssprachigen mittelalterlichen Handschriften digitalisiert und im Internet zugänglich gemacht hat. Die Farb-Digitalisate sind über die jeweiligen Einträge im 'Handschriftencensus' erreichbar.


Markéta Trillhaase | 3. Dezember 2025

Neuer Aufbewahrungsort im HSC: Inzigkofen 

Eine zuletzt von der Kunsthandlung 'Les Enluminures' zum Verkauf angebotene Handschrift des 15. Jahrhunderts mit Ottos von Passau 'Die 24 Alten' konnte erfreulicherweise von der Volkshochschule im alten Kloster Inzigkofen erworben werden. Auf die Erwerbung hatte Klaus Graf Anfang Oktober hingewiesen. Ein Besitzvermerk in der Handschrift belegt, dass der Codex aus dem Augustinerchorfrauenstift Inzigkofen stammt und somit nach langer Zeit jetzt wieder an seinen Ursprungsort zurückgekehrt ist. Die Handschrift wird im Museum der Volkshochschule aufbewahrt. Weitere Informationen bietet der 'Handschriftencensus'.
Daniel Könitz | 13. November 2025

Friedrich Winterlinger [!] 

Klaus Graf hat festgestellt (Archivalia, 15. Oktober 2025), dass es sich bei dem in der Forschungsliteratur zu Karlsruhe, Landesbibl., Cod. Donaueschingen 241 genannten Schreibernamen "Ciprianus Friedrich Winterlinger" um das Ergebnis einer fehlerhaften Interpretation der auf Bl. 133v erhaltenen Schreibernennung handelt. Der in der Formulierung Dis alles schribet Ciprianus Friderich Winterlinger enthaltene Name Ciprianus ist nicht bereits Teil des Schreibernamens, sondern stammt noch, wie sich anhand der online verfügbaren Edition belegen lässt, zum Schlusssatz der '24 Alten' des Otto von Passau. Bei dem Schreiber der Karlsruher Handschrift handelt es sich also um Friedrich Winterlinger.


Markéta Trillhaase | 31. Oktober 2025

Nürnberger Stadtbibliothek erwirbt Gebetbuch 

Ein im Frühjahr 2025 beim Auktionshaus Reiss & Sohn angebotenes Gebetbuch aus dem 15. Jahrhundert konnte erfreulicherweise von der Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg erworben werden. Die Handschrift stammt aus dem 1596 aufgelösten Nürnberger Dominikanerinnenkloster. Weitere Informationen bietet die Beschreibung im 'Handschriftencensus'.
Daniel Könitz | 16. Juli 2025

Das Verzeichnis zum Nachlass Anton Schönbach in Graz ist online 

Klaus Graf weist in Archivalia vom 11. Juni 2025 auf die Verzeichnung des Schönbach-Nachlasses in Graz hin: Forschungsprojekt Nr. 7366 des Jubiläumsfonds der Österr. Nationalbank / Projektleiter: Anton Schwob. Mitarb.: Margarete Payer.
Redaktion HSC | 11. Juni 2025

Bayerische Staatsbibliothek erwirbt lat.-dt. Handschrift bei Christie's 

Das Londoner Auktionshaus Christie's hatte bei seiner im vergangenen Dezember durchgeführten Auktion ("Valuable Books and Manuscripts") eine lateinische Handschrift mit einzelnen deutschen Einsprengseln zum Verkauf angeboten. Die Bayerische Staatsbibliothek hat dem 'Handschriftencensus' mitgeteilt, dass die Handschrift erfreulicherweise erworben werden konnte und jetzt die Signatur Clm 30366 trägt. Eine Beschreibung der Münchner Neuerwerbung findet sich im 'Handschriftencensus'.
Daniel Könitz | 28. April 2025

Rekordverdächtig 

Nur 16 Wochen benötigte der Zisterzienser Oswald Braytenveld von Steinheim im schwäbischen Alerheim, um für Graf Ludwig den Jüngeren von Oettingen (ca.1380-1422) eine in der Forschung bisher offensichtlich unbekannte Pergamenthandschrift zu schreiben, die auf 252 Blättern vor allem eine deutsche Psalmenübersetzung enthält. Der aufwändig mit historisierten Deckfarbeninitialen und Akanthusranken samt Drolerien ausgestattete und am 14. September 1418 fertiggestellte Band fand auf einer Christie's-Auktion in London am 11. Dezember 2024 einen neuen (leider unbekannten) Besitzer.
Redaktion HSC | 25. Februar 2025

'Neuigkeiten' im HSC 

Zum Ende des vergangenen Jahres hat der 'Handschriftencensus' seine Aktivität auf der Plattform 'X' (ehem. 'Twitter') beendet. In der Nachfolge werden aktuelle Entwicklungen zur mittelalterlichen Literatur und deren handschriftlicher Überlieferung sowie zur eigenen Projektarbeit künftig (wieder) in der Rubrik 'Neuigkeiten' mitgeteilt. Die Nachrichten können über das Menü (HSC -> Neuigkeiten) aufgerufen oder mittels RSS-Feed automatisiert abgerufen werden. Auf der HSC-Startseite informiert zusätzlich eine Info-Box über die aktuellste Nachricht. Die 'Neuigkeiten' enthalten insgesamt mehr als 370 Nachrichten, die bis in das HSC-Gründungsjahr zurückreichen. Unterschiedliche Kategorien (z.B. Funde) bieten zusätzlich die Möglichkeit, die Anzeige der 'Neuigkeiten' zu filtern.
Daniel Könitz | 3. Februar 2025