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In der Konviktsbibliothek des Tübinger Wilhelmsstifts hat Michael Braunger (Tübingen) ein
Fragment des '
Bartholomäus' entdeckt. Die zwei beschnittenen Doppelblätter wurden im Rahmen der Durchsuchung des dortigen gesamten Buchbestands
entdeckt. Nach Einschätzung von Bernhard Schnell (Göttingen) datieren die in einem Druck aus dem 16. Jahrhundert (
VD16 B 2199) als vordere und hintere Spiegelblätter verwendeten Bruchstücke in das erste Viertel des 14. Jahrhunderts. Ausführliche Informationen sowie ein Digitalisat bietet '
Fragmentarium'.
Daniel Könitz | 10. Juni 2026Unter den elf im Werkeintrag '
Büchsenmeisterbuch' des 'Handschriftencensus' aufgeführten Handschriften befanden sich auch ein seit langem verschollener Codex aus
Kreuzenstein und eine in
Cambridge (Mass.) aufbewahrte Handschrift. Wie Christine Glaßner (Wien) herausgefunden hat, handelt es sich bei beiden Handschriften zweifelsfrei um denselben Codex. Die beiden Beschreibungen wurden jetzt im '
Handschriftencensus' zusammengeführt und die Dublette (ehem. HSC 19545) gelöscht.
Daniel Könitz | 24. März 2026Vor wenigen Jahren verkaufte das Antiquariat Dr. Jörn Günther ein um 1486 in Köln entstandenes
Gebetbuch, dessen Verbleib seitdem nicht bekannt war. Dank eines Hinweises von Birgit Zacke (Bonn) konnte eine Handschrift im Kölner Museum Schnütgen als das seinerzeit verkaufte und mit Miniaturen verzierte Gebetbuch identifiziert werden. Der Codex ist zurück in Köln und die Liste der Aufbewahrungsorte im HSC ist um eine
Institution reicher.
Nathanael Busch | 4. Februar 2026In der geistlichen Sammelhandschrift St. Gallen, Stiftsbibl., Cod. 973 steht zwischen Gertruds von Helfta 'Ein botte der götlichen miltekeit' und Christine Ebners 'Leben und Offenbarungen' ein unbekanntes Textstück mit dem Incipit: Vnser Herr lertt Sant mechtild ain kloster frowen Also man lisst in ir offenbarung vnd sprach z[u] ir. Wie jetzt mitgeteilt wurde, handelt es sich bei dem auf S. 480-484 überlieferten Text um einen Auszug aus Mechthild von Hackeborn: 'Liber specialis gratiae', dt. Die Identifizierung gelang Larissa Herzog und Björn Buschbeck (Zürich).
Markéta Trillhaase | 26. Januar 2026Pieter Beullens (KU Leuven) teilt mit, dass in der Universitäts- und Landesbibliothek in Halle ein neues Fragment des '
Jenaer Martyrologiums' entdeckt wurde. Bei dem Fragment handelt es sich um einen Querstreifen eines Pergamentdoppelblattes, der sich als Einbandmakulatur in der Inkunabel Kr 944 befindet. Ein mit der Unterstützung von Matthias Eifler (UB Leipzig) vorgenommener Vergleich mit dem jüngst von ihm im Katalog zu den 'Kleinsammlungen mittelalterlicher Handschriften in Ostdeutschland' beschriebenen Naumburger Fragment des 'Jenaer Martyrologiums' ergab, dass beide Stücke Teile derselben Handschrift darstellen. Beschreibung und Digitalisat des Hallenser Fragments finden sich bei
Fragmentarium, eine Beschreibung des Codex discissus bietet der '
Handschriftencensus'.
Daniel Könitz | 6. November 2025Dank der freundlichen Mitteilung von Linus Ubl ist der Aufbewahrungsort einer seit 2015 verschollenen Handschrift mit Mechthilds von Hackeborn 'Liber specialis gratiae', dt. wieder bekannt. Die Beinecke Rare Book and Manuscript Library in New Haven (Conn.) hat die heute unter der Signatur MS 1268 aufbewahrte Handschrift 2016 von der Kunsthandlung Les Enluminures erworben.
Markéta Trillhaase | 1. Oktober 2025Markus Bürscher (Stiftsbibliothek Seitenstetten) teilt freundlicherweise mit, dass die in der Stiftsbibliothek aufbewahrten Handschriftenfragmente erstmals mit ordentlichen Signaturen versehen wurden. Im Zuge dieser Arbeiten ist auch ein bislang verschollen geglaubtes
Fragment einer Glossenhandschrift wieder aufgetaucht. Eine Digitalisierung sowie Kurzbeschreibungen der Fragmente sind bereits in Vorbereitung und werden in '
manuscripta.at' veröffentlicht.
Daniel Könitz | 19. August 2025Bertram Lesser (Staatsbibliothek Berlin - Abteilung Handschriften und Historische Drucke) teilt uns mit, dass er in dem Berliner mgf 925 aus der Bibliothek von Jacob Grimm eine bisher unbekannte mittelniederdeutsche Übersetzung des
'Speculum peccatorum' entdeckt hat. Der Mischband enthält ein Exemplar des Inkunabeldrucks GW M50968 ('Vitaspatrum', nd.) mit handschriftlicher Ergänzung (vgl. dazu HSC ID
12123). Auf den Blättern 1r-9r des handschriftlichen Teils befindet sich die mittelniederdeutsche Übersetzung, die den Text der lateinischen Fassung (vgl. Dionysius Cartusianus, Opera omnia, Bd. 39, S. 487-495) relativ frei folgt und vollständig wiedergibt. Als Schreiber nennt sich im lateinischen Kolophon auf Bl. 9r Hermann Lüneburg.
Jane Römer | 23. Juli 2025Die im 'Handschriftencensus' unter der Signatur
Privatbesitz Graz (2) verzeichnete verschollene '
Meisterbuch'-Handschrift konnte ausfindig gemacht werden. Nach Mitteilung von Christine Glaßner (Wien) befindet sich der zwischenzeitlich im Dominikanerkonvent Graz aufbewahrte Codex heute in der Bibliothek des Dominikanerklosters in Wien. Er trägt dort die Signatur Cod. 6301 und wurde vollständig digitalisiert.
Markéta Trillhaase | 25. Juni 2025