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In der geistlichen Sammelhandschrift St. Gallen, Stiftsbibl., Cod. 973 steht zwischen Gertruds von Helfta 'Ein botte der götlichen miltekeit' und Christine Ebners 'Leben und Offenbarungen' ein unbekanntes Textstück mit dem Incipit: Vnser Herr lertt Sant mechtild ain kloster frowen Also man lisst in ir offenbarung vnd sprach z[u] ir. Wie jetzt mitgeteilt wurde, handelt es sich bei dem auf S. 480-484 überlieferten Text um einen Auszug aus Mechthild von Hackeborn: 'Liber specialis gratiae', dt. Die Identifizierung gelang Larissa Herzog und Björn Buschbeck (Zürich).
Markéta Trillhaase | 26. Januar 2026Pieter Beullens (KU Leuven) teilt mit, dass in der Universitäts- und Landesbibliothek in Halle ein neues Fragment des '
Jenaer Martyrologiums' entdeckt wurde. Bei dem Fragment handelt es sich um einen Querstreifen eines Pergamentdoppelblattes, der sich als Einbandmakulatur in der Inkunabel Kr 944 befindet. Ein mit der Unterstützung von Matthias Eifler (UB Leipzig) vorgenommener Vergleich mit dem jüngst von ihm im Katalog zu den 'Kleinsammlungen mittelalterlicher Handschriften in Ostdeutschland' beschriebenen Naumburger Fragment des 'Jenaer Martyrologiums' ergab, dass beide Stücke Teile derselben Handschrift darstellen. Beschreibung und Digitalisat des Hallenser Fragments finden sich bei
Fragmentarium, eine Beschreibung des Codex discissus bietet der '
Handschriftencensus'.
Daniel Könitz | 6. November 2025Dank der freundlichen Mitteilung von Linus Ubl ist der Aufbewahrungsort einer seit 2015 verschollenen Handschrift mit Mechthilds von Hackeborn 'Liber specialis gratiae', dt. wieder bekannt. Die Beinecke Rare Book and Manuscript Library in New Haven (Conn.) hat die heute unter der Signatur MS 1268 aufbewahrte Handschrift 2016 von der Kunsthandlung Les Enluminures erworben.
Markéta Trillhaase | 1. Oktober 2025Markus Bürscher (Stiftsbibliothek Seitenstetten) teilt freundlicherweise mit, dass die in der Stiftsbibliothek aufbewahrten Handschriftenfragmente erstmals mit ordentlichen Signaturen versehen wurden. Im Zuge dieser Arbeiten ist auch ein bislang verschollen geglaubtes
Fragment einer Glossenhandschrift wieder aufgetaucht. Eine Digitalisierung sowie Kurzbeschreibungen der Fragmente sind bereits in Vorbereitung und werden in '
manuscripta.at' veröffentlicht.
Daniel Könitz | 19. August 2025Bertram Lesser (Staatsbibliothek Berlin - Abteilung Handschriften und Historische Drucke) teilt uns mit, dass er in dem Berliner mgf 925 aus der Bibliothek von Jacob Grimm eine bisher unbekannte mittelniederdeutsche Übersetzung des
'Speculum peccatorum' entdeckt hat. Der Mischband enthält ein Exemplar des Inkunabeldrucks GW M50968 ('Vitaspatrum', nd.) mit handschriftlicher Ergänzung (vgl. dazu HSC ID
12123). Auf den Blättern 1r-9r des handschriftlichen Teils befindet sich die mittelniederdeutsche Übersetzung, die den Text der lateinischen Fassung (vgl. Dionysius Cartusianus, Opera omnia, Bd. 39, S. 487-495) relativ frei folgt und vollständig wiedergibt. Als Schreiber nennt sich im lateinischen Kolophon auf Bl. 9r Hermann Lüneburg.
Jane Römer | 23. Juli 2025Die im 'Handschriftencensus' unter der Signatur
Privatbesitz Graz (2) verzeichnete verschollene '
Meisterbuch'-Handschrift konnte ausfindig gemacht werden. Nach Mitteilung von Christine Glaßner (Wien) befindet sich der zwischenzeitlich im Dominikanerkonvent Graz aufbewahrte Codex heute in der Bibliothek des Dominikanerklosters in Wien. Er trägt dort die Signatur Cod. 6301 und wurde vollständig digitalisiert.
Markéta Trillhaase | 25. Juni 2025Eine 128 Pergamentblätter umfassende und mit 79 Miniaturen von Berthold Furtmeyr opulent ausgestaltete Handschrift mit dem 'Itinerarium Beatae Virginis Mariae', dt., wurde 1994 aus der Bibliothek des Strahov-Klosters in Prag gestohlen (ehem.
DG IV 19) und ist seither offenbar in Einzelblätter zerlegt worden. Regina Cermann (Wien) konnte im Frühjahr 2024 zwei illustrierte Blätter, die von einem Züricher Auktionshaus angeboten wurden, als die ehem. Blätter 5 und 16 des gestohlenen Bandes identifizieren, Ende 2024 tauchte ein weiteres illustriertes Einzelblatt im 39. Antiquaria-Katalog der Antiquariatsmesse Ludwigsburg auf, welches ehem. Blatt 36 des gestohlenen Codex vorstellte. Die Prager Bibliothek und die zuständigen Behörden sind informiert.
Daniel Könitz | 4. Juni 2025Der im Katalog des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum in Innsbruck aus dem Jahr 1999 unter der Signatur Cod. FB 32040 als "Leiden Christi (Prosapassion und Auslegung)" bezeichnete Text konnte von Gisela Kornrumpf (München) im Januar 2025 als ein bisher unbekannter (am Anfang unvollständiger) Textzeuge des 'Passionstraktats' des Heinrich von St. Gallen identifiziert werden. Weitere Infos zur Handschrift
im HSC und im maschinenschriftlichen
Innsbrucker Katalog von Bernhard und Hans Peter Sandbichler.
Nathanael Busch | 12. März 2025Eine um 1460 entstandene und der Forschung weitgehend unbekannt gebliebene
Papierhandschrift des
'Feuerwerkbuchs von 1420' befand sich lange Jahre im Besitz des Schweizer Antiquars Roland Hartmann (1922-2007). Nach seinem Tod war über den weiteren Verbleib der Handschrift nichts bekannt. Ursula Kundert (St. Gallen) teilt freundlicherweise mit, dass sich das 'Feuerwerkbuch' als Cod. Sang. 2185 in der Stiftsbibliothek St. Gallen befindet. Den Angaben bei
swisscollections.ch zufolge gelangte die Handschrift 2019 durch eine private Schenkung an die Stiftsbibliothek.
Daniel Könitz | 6. Februar 2025Bis in die späten Fünfzigerjahre des 20. Jahrhunderts befand sich die einzige vollständige Handschrift der 'Königsberger Marienklage' (HSC
4061) in der Thorner Universitätsbibliothek. Danach verliert sich ihre Spur und der Codex, der auch 'Der Seele Kranz' und 'Der Tisch im Himmelreich' enthält, war viele Jahrzehnte nicht auffindbar. Zuletzt galt die Handschrift als verloren. Bei einer Recherche in der Datenbank
manuscripta.pl konnte jetzt festgestellt werden, dass sich die Handschrift heute unter der Signatur Ms Akc. 33/57 in der Breslauer Ossolinski-Bibliothek befindet.
Daniel Könitz | 21. Januar 2025