Handschriften­census

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz Philipps-Universität Marburg

Eine Bestandsaufnahme der handschriftlichen Über­lieferung deutschsprachiger Texte des Mittelalters

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389 Artikel, Seite 25 von 39

Der 'Fürstenspiegel Zwelf räte ...' und Heinrich Fuller von Hagenau 

Bereits im Rahmen der im Jahr 2004 erschienenen Ausgabe wurde die Identität eines in der 2. Auflage des Verfasserlexikons unter zwei verschiedenen Stichwörtern aufgenommenen Textes berücksichtigt: 'Fürstenspiegel Zwelf räte, die nucz sind ainem yeglichen fürsten oder herren' (Bd. 2 [1980], Sp. 1030) und Heinrich Fuller von Hagenau: 'Opus de moribus prelatorum', dt. (Bd. 2 [1980], Sp. 1009). Zu den im Verfasserlexikon und in der Ausgabe bekannten sechs Textzeugen in Freiburg i. Br., München, Philadelphia, Wien (2x) und Wolfenbüttel konnte Martina Giese (München) nun noch zwei weitere Handschriften in Trier und Wolfenbüttel hinzufügen. Die derzeit bekannte Gesamtüberlieferung (einschl. Hinweis auf die Edition) ist im Gesamtverzeichnis Autoren/Werke unter Fuller, Heinrich, von Hagenau: 'Opus de moribus prelatorum', dt. verzeichnet.
Klaus Klein | 28. Juni 2010

Ulmannus: 'Buch der Heiligen Dreifaltigkeit' 

Von dem einem Ulmannus zugeschriebenen 'Buch der Heiligen Dreifaltigkeit' konnte bereits in der 2. Auflage des Verfasserlexikons (Bd. 11 [2004] Sp. 1573f.) ein weiterer bisher übersehener Textzeuge verzeichnet werden, der im Prager Stadtarchiv unter der Signatur Rkp. 7955 aufbewahrt wird. Neben diesem Textzeugen existiert in Prag noch eine zweite, ebenso in der bisherigen Forschung übersehene Ulmannus-Handschrift: Die früher in der Lobkowitzschen Bibliothek in Prag als Cod. 244 aufbewahrte Handschrift befindet sich jetzt nach Auskunft von Milada Svobodová (Prag) in der Prager Nationalbibliothek unter der Signatur Cod. XXIII.D.135. - Da die beiden aus dem 15. Jahrhundert stammenden Handschriften illustriert und im Bd. 1 des Katalogs der deutschsprachigen illustrierten Handschriften (Stoffgruppe Alchemie) noch nicht erfaßt sind, wurden sie jetzt auch auf der KdiH-Website der Bayerischen Akademie der Wissenschaften unter den Korrekturen, Nachträgen und Neufunden aufgenommen.
Klaus Klein | 22. Juni 2010

'Kemptener Chronik' des Johannes Birk auf dem Auktionsmarkt 

Eine im Jahr 1927 von Hermann Menhardt im Handschriftenverzeichnis der Kärntner Bibliotheken (Bd. 1, S. 262) beschriebene Handschrift, die sich damals in Klagenfurt im Privatbesitz von Ernst Urbas befand, wird nach Auskunft von Ulrike Bodemann (München) am 10. Juli 2010 bei Christie's in London versteigert (Sale 7911, Lot 43). Der im alemannischen Sprachraum im Jahr 1499 entstandene und von Petrus Brack de Minderdorff geschriebene Codex ist reichhaltig illustriert und überliefert u.a. die sog. 'Kemptener Chronik' des Johannes Birk. Weiterführende Informationen (incl. Link zu ausgewählten Abbildungen auf der Website von Christie's) sind über den Eintrag im 'Handschriftencensus' erreichbar.
Klaus Klein | 16. Juni 2010

Illustrierter 'Passionstraktat Als unser behalter' in Boston 

Die Public Library in Boston (Mass.) hat eine reich illustrierte und in der bisherigen Forschung kaum beachtete Handschrift aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vollständig digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht. Für den darin überlieferten Passionstraktat konnte Ulrike Bodemann inzwischen eine Parallelüberlieferung in einer heute in der Augsburger Universitätsbibliothek aufbewahrten Handschrift auffinden. Informationen zu diesen beiden Codices (incl. Link zum Bostoner Digitalisat) sind im 'Gesamtverzeichnis Autoren / Werke' über das neue, das Incipit einbeziehende Stichwort 'Passionstraktat Als unser behalter' erreichbar.
Klaus Klein | 10. Juni 2010

'Der weise Meister von Toledo' 

Als "astrologische Dichtung in deutschen Reimen", als "Gedicht astrologischen Inhalts" bzw. mit dem Titel 'Von der Kraft der Planeten' wird in Handschriftenkatalogen von Berlin, Budapest und Kremsmünster (jeweils ohne Kenntnis der Parallelüberlieferung) ein Text mit dem auffälligen Incipit Ze Dolet ein weiser maister waz / der den gesellen astronomiam laz bezeichnet. Im Verfasserlexikon findet sich zu diesem Text kein Eintrag. Die derzeit bekannte Überlieferung dieses in Handschriften des 14./15. Jahrhunderts bezeugten Textes ist im 'Handschriftencensus' in der Rubrik 'Gesamtverzeichnis Autoren/Werke' unter dem neuen Titel 'Der weise Meister von Toledo' zusammengefaßt. Eine Edition ist in Vorbereitung.
Klaus Klein | 4. Juni 2010

Salzburg-Berliner 'Studentenabenteuer' aus Nikolsburg 

Der "Abklatsch einer deutschsprachigen Dichtung um 1300 im Vorderdeckel" einer 1999 aus dem Antiquariatshandel für die Berliner Staatsbibliothek erworbenen und von Renate Schipke (Berlin) beschriebenen lateinischen Sammelhandschrift (Ms. lat. fol. 973) konnte von Christine Glaßner (Wien) und Kurt Gärtner (Marburg) identifiziert werden; gleichzeitig konnte damit auch die Herkunft der Berliner Handschrift geklärt werden. Der Leimabklatsch bietet (spiegelverkehrt) die Rückseite des Nikolsburger 'Studentenabenteuer'-Fragments, das am Institut für Germanistik der Universität Salzburg aufbewahrt wird. Abbildungen des Salzburger Fragments, für die wir Gerold Hayer (Salzburg) zu danken haben, und des Berliner Leimabklatsches sowie weiterführende Hinweise sind über den entsprechenden Eintrag im 'Handschriftencensus' zugänglich.
Klaus Klein | 2. Juni 2010

Solothurner 'Küchenmeisterei' 

Marco Heiles (Oxford) ist es gelungen, die in einer Solothurner Handschrift überlieferte Fassung der 'Küchenmeisterei', die erst kürzlich von Trude Ehlert herausgegeben worden ist, als eine Druckabschrift zu bestimmen. Da Register, Durchnumerierung der Rezepte sowie Seitenüberschriften erst ab dem Druck Mainz, Peter Schöffer um 1487 auftreten, kann die (am Anfang unvollständige) Solothurner Handschrift frühestens um 1487 geschrieben worden sein. Weiterführende Hinweise finden sich unter Solothurn, Zentralbibl., Cod. S 490.
Klaus Klein | 31. Mai 2010

Verschollene Buxheim-Handschrift geortet 

Der im Versteigerungskatalog der Carl Förster'schen Kunstauction / Bibliotheca Buxiana aus dem Jahr 1883 unter der Nr. 2528 verzeichnete theologische Sammelband, der bisher als verschollen galt, ist von Gisela Kornrumpf (München) geortet worden: Die Handschrift ist bereits 1968 von der Bayerischen Staatsbibliothek München erworben worden und trägt dort die Signatur Clm 28885. Durch Autopsie ließ sich jetzt feststellen, daß es sich bei dem im Versteigerungskatalog als "Vocabular (lat.-oberdeutsch)" bezeichneten Text um einen bisher unbekannten Textzeugen von Johannes Kotmanns 'Vocabularius optimus' handelt, und das "lat. u. oberd. Ged. z. Ehr. Mariae" ist ein bisher unbekannter Textzeuge des 'Defensorium inviolatae virginitatis Mariae', lat./dt. des Franz von Retz. Eine ausführliche Beschreibung findet sich im 'Handschriftencensus'.
Klaus Klein | 6. Mai 2010

Neue Textzeugen der 'Secretum secretorum'-Bearbeitung des Michel (?) Gernpaß 

Zu den vier im Verfasserlexikon (Bd. 2 [1980], Sp. 1261) und bei Regula Forster (2006, S. 189) genannten Textzeugen der poetischen 'Secretum secretorum'-Bearbeitung des Michel (?) Gernpaß (Berlin, Berlin/Krakau, München, Wien) konnten im 'Handschriftencensus' inzwischen drei weitere Handschriften hinzugefügt werden: eine in der Stiftsbibliothek Altenburg (NÖ) und zwei im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Die derzeit bekannte Gesamtüberlieferung (incl. Hinweis auf Toischers 1884 erschienene Ausgabe) ist im Gesamtverzeichnis Autoren/Werke über das Stichwort Gernpaß, Michel (?): Poetische 'Secretum secretorum'-Bearbeitung erreichbar.
Klaus Klein | 5. Mai 2010

Deutschsprachige Texte in Brünn / Brno identifiziert 

Dank der Mithilfe von Stanislav Petr (Prag) und der Unterstützung durch das Stadtarchiv Brünn / Brno ist es gelungen, zwei in einer lat. Sammelhandschrift des 15. Jahrhunderts überlieferte deutschsprachige Texte zu identifizieren. Es handelt sich bei den beiden Stücken um die 1995 von Britta Juliane Kruse (nach anderen Handschriften) herausgegebene 'Predigt auf die Hochzeit zu Kana' und die 'Predigt vom ehelichen Leben'. Weiterführende Hinweise sowie drei Farb-Abbildungen sind im 'Handschriftencensus' über Brünn / Brno, Stadtarchiv, Fond V 2 (Svatojakubská knihovna), Cod. 31/98a zugänglich.
Klaus Klein | 29. April 2010